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one drum, many dreams

Die archaische Figur des Trommlers hat vielerlei Geschichten und Mythen hervorgebracht. Zu einer der Aufgaben des Trommlers zählte im Mittelalter das überbringen von Nachrichten und Botschaften, etwas wenn eine Krankheit ausgebrochen war, oder aber weniger dramatische Tagesaktualitäten.

Als Instrument der Militär-und Marschmusik prägte die kleine Trommel die mitteleuropäische Kunstmusik und ist tatsächlich eines der wenigen wirklich einheimischen Schlaginstrumente deren wir Schlagzeuger und bedienen.

Sie ist zugleich das Herzstück unseres Instrumentariums. Auf ihr machen wir zumeist unsere ersten rhythmischen Gehversuche als Kinder, später erlernen wir auf ihr unsere spielerischen und technischen Fähigkeiten zu verfeinern und eine eigene Sprache zu finden. Die kleine Trommel begleitet uns Schlagzeuger also ein ganzes Leben lang.

Aus diesem archaischen Bild des Trommlers und Überbringers von Botschaften hat Johannes Fischer ein abendfüllendes Soloprogramm entwickelt, das sich im Wesentlichen diesem einen Instrument widmet.

Die sieben Stücke von James Tenney, Mauricio Kagel, Ross Karre und Johannes Fischer erzählen aus sieben verschiedenen Leben einer Trommel. Diese wird also in sieben verschiedenen Sphären wiedergeboren: mal Spielwiese für eine Vielzahl von Bürsten, Besen, Ruten oder Stöcken, mal ein Resonanzkörper für Spieluhren, Rasierapparat oder kleine Metallinstrumente, mal Manège für ein Mikrophon-Duet, Lautsprecher für die menschliche Stimme, mal knackige Drum'nBass-Kombination, Projektionsfläche für Videobilder, Quelle für elektroakustische Klangflächen oder einfach nur Marschtrommel... Die Möglichkeiten scheinen unendlich und die Geschichten, die Johannes Fischer damit zu erzählen weiß faszinierend und originell.

Repertoire

James Tenney KOAN: Having never written a note for percussion before (Version für amplifizierte kleine Trommel und Tape-Delay)
Johannes Fischer: AIR (für kleine Trommel und Accessoires)
Mauricio Kagel: Nr. 1 und Nr. 4 aus: 10 Märsche um den Sieg zu verfehlen (Fassung für Solopercussion)
Johannes Fischer: Slow ride in a weird machine (für kleine Trommel, Toypiano, Orgelpfeifen und Elektronik)
Ross Karre: Popol Vuh (für große Trommel, Tontopf, Audio-und Videoprojektion)
Johannes Fischer: Black Waltz (für Rührtrommel, Accessoires und Elektronik)
Johannes Fischer: Drum'nBass (für sehr kleine Trommel, Pappkarton und Elektronik)

Video

popol vuh unauffindbar bei youtube

Presse

Berliner Morgenpost: "Der Zauberer unter den Schlagzeugern"

Schwäbische Zeitung: "So hat man Schlagzeug noch nie gehört!"

Bachtrack: "...his solo piece Air (for snare drum and accessories), a mesmerising performance full of variety. With the snare muted, he explored the different gentle sounds made using a series of brushes (scrubbing, washing up, table and traditional jazz), altering the pitch of the drum by finger presses. Suddenly, what looked like two wooden knitting needles came out, Fischer striking the edge of the drum with different lengths producing varied notes, like a schoolboy twanging a ruler on a desk, followed by a tattoo blizzard, a raging blur of sticks. A triangle was played conventionally, but then placed on the drum and attacked with big sticks striking an urgent rhythm. Fischer placed electric hair clippers on the drum skin, making the sound beat using finger pressure, and humming harmonic intervals with the electric buzz. Finally, the snare was released, the triangle back on the drum in a build up to a thrilling finish with turbo whistle, a ping from a table top summoning bell ending this compelling and inventive performance."