Eigene Stücke: Werkverzeichnis

Adagio (1999) für Klarinette, Klavier und Schlagzeug  [UA Hamburg, Musikhalle]
Veränderte Landschaft (2000) für Mezzosopran und großes Ensemble  [UA Karlsruhe, Ensemble „Der Gelbe Klang“, Leitung Johannes Fischer]
...lächeln, dass sie gewesen... (2001) für Orchester  [UA Olpe, Bundesjugendorchester, Leitung Johannes Fischer]
Als das zarteste Geflüster
schon Sprache gab und
Zeichen
(2002)
für Altflöte, Klavier und Schlagzeug  [UA München, Hochschule für Musik, Ensemble Octopus]
3 Stücke (2002) für Violine und Violoncello
Gestalt (Studie III. Fassung) (2000/2003) für Vibraphon und mehrere kleine Trommeln  [UA I. Fassung Frankfurt, Museum für Moderne Kunst]
inchiffren (2003) für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier (AW)  [UA München, Akademie der Schönen Künste, Pestrofa-Ensemble]
Zerfließend ins Blau (2003) für Klangplastik und drei Schlagzeuger (AW)  [UA Freiburg, Musikhochschule, Freiburger Schlagzeugensemble]
àiolos (2004) für Flöte, Vibraphon, hängende Trommeln, Schellen...  [UA Busan,Südkorea, duoApeiron]
Korybantentanz (2005) für Solo-Schlagzeug und Zuspiel-CD
rivers and tides (2006) für 12 Schlagzeuger (AW)  [UA Lucerne Festival, Lucerne Percussion Group, Leitung Michel Cerutti]
Bekommt man Gelegenheit, für eine Besetzung von zwölf Schlagzeugern zu schreiben, so sieht man sich zunächst mit einer schier masslosen Fülle an klanglichen Möglichkeiten konfrontiert. Mir war von Beginn an klar, dass ich mich auf wenige Klangkombinationen und Effekte (verschiedene Schlägel und Anschlagsarten) beschränken würde, um vielmehr den kammermusikalischen Aspekt dieser grossen Besetzung hervorzuheben.
Der Aufbau der lucerne percussion groupist weitestgehend festgelegt und an die Strukturen eines Sinfonieorchesters angelehnt. Mit der Fixierung eines bestimmten Aufbaus sind einerseits die klanglichen Möglichkeiten dezent kanalisiert, andererseits wird es spannend sein, beobachten zu können, wie unterschiedlich die dafür geschriebenen Werke dennoch sein werden. Die Wahl eines festen Aufbaus kann ich, selbst Schlagzeuger, bestens nachvollziehen und abgesehen vom Wegfallen der manchmal doch lästigen Umbaupausen, erhält die lucerne percussion groupsomit von vornherein ein ganz eigenes Gesicht und unterscheidet sich damit grundlegend von anderen Schlagzeugensembles.
Ich wollte meine Arbeit unbedingt als Kammermusik anlegen. Das bedeutet, dass einige Passagen nicht dirigiert werden, sondern von einzelnen Spielern sozusagen rein akustisch organisiert, und nur über das Ohr synchronisiert werden. Diese verschiedenen Aspekte des gemeinsamen Spiels, der fliessende Wechsel zwischen asynchronem und synchronem Spiel, die Verbindung einzelner Spieler zu kleineren Gruppen innerhalb des Ensembles, aufgrunddes Aufbaus auch immer als räumliche Klangbewegung konzipiert, sind wichtige Bestandteile meiner Musik. Weitgehend auf aufwendige Effekte verzichtend, wollte ich vielmehr einen bestimmten musikalischen Fluss erreichen, eine fluide Struktur des Kommen- und Gehenlassens. Klänge schwellen an und ziehen sich zurück. Dazwischen Inseln der Ruhe, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Dinge kehren wieder, haben sich im Lauf der Zeit aber subtil verändert, sind gewachsen, vergehen, alles in beständigem Fluss, bis die Musik am Ende quasi «verduftet».
Diese Eigenschaften meiner Musik sind bereits im Titel angelegt: rivers and tides bezieht sich, sozusagen als Hommage, auf den wunderbaren gleichnamigen Film von Thomas Riedelsheimer über den schottischen Landschaftskünstler Andy Goldsworthy. Die Begegnung mit seiner Arbeit hat meine Auffassung von Kunst nachhaltig gewandelt und geprägt. In vielen seiner Werke, die diese unvergleichliche stille Poesie ausstrahlen, fühle ich mich künstlerisch aufgehoben.
Strandgut...Spuren (2007) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (AW)  [UA Crested Butte Music Festival, Colorado USA]
dans le cadre – mozart mobile (2008) für 2 Klarinetten und 3 Bassetthörner (AW des Louvre Paris in Kooperation mit der Lucerne Festival Academy)  [UA Lucerne Festival]
Programm Notes to „dans le cadre – mozart mobile“
 
While working on the piece, I always had the idea to rather build a musical frame to the Mozart Adagio KV 411 than juxtaposing it with another piece of music. As it is common in galleries and museums to put masterpieces in frames to isolate their world from ours, my intentions with Mozart's clarinet piece were going in the same direction.
Some musical material of the Adagio can be found in my music, but I would consider it instantly as a leakage of material due to the borderless transitions between the pieces and not as quotation.
The two clarinets and three bassetthorns are a homogeniously sounding group I am looking at as one instrument with five mobile parts instead of five independent and individual instruments. These five parts expand and distract in the performance space, going along with each other, or sometimes against, gather together in subgroups... but the invisible string which all parts are attached to remains uncut.
 
"If everything works, a mobile is a piece of poetry, joyful dancing and full of surprise" (Alexander Calder)
auf Biegen und Brechen (2009) für Posaune und Schlagzeug  [UA Lörrach, Burghof, Frederic Belli, Johannes Fischer]
Posaune und Schlagzeug scheinen auf den ersten Blick nicht gerade viele Gemeinsamkeiten zu haben. Also erschien es mir reizvoll, die gemeinsame Schnittmenge im Spielmaterial selbst zu suchen. Das Schlaginstrumentarium besteht im wesentlichen aus Blechen und Metallstücken verschiedener Qualität und Beschaffenheit. Es wird gebogen, gekratzt, geschabt. Die Posaune scheint von der Geräuschwelt der Schlaginstrumente infiziert und nistet sich scheinbar mühelos in deren percussiven Klangraum ein. Ein kaprizöses Stück gemeinsamen Spielvergnügens.
Traumspur (2009) für Schlagzeug und Orchester (AW des Jungen Klangforum Mitte Europa, UA Swednice, Polen)
„Während der gedanklichen Konzeption zu "Traumspur" für Schlagzeug Solo und großes Orchester erkannte ich bald, dass die so unterschiedlichen und mitunter stark kontrastierenden Facetten des Schlagzeugspiels und die damit verbundenen Klangfarben es mir unmöglich machten, von einer geschlossenen symphonischen Form oder einem traditionellen dreisätzigen Satzmodell auszugehen. Vielmehr schien die Idee reizvoll, verschiedene Fenster für ganz unterschiedliche Klangräume zu öffnen. So entstehen acht, in kurzen Stücken aneinandergereihte Momentaufnahmen, Augenblicke, mal Tutti, mal Solo, oder nur Orchester. Teile überlappen, oder erklingen gleichzeitig, die zunächst scharfen Konturen der kurzen Charakterstücke verschwimmen. Souvenir I-III sind, wie Tagebuchnotizen, von persönlichen Erlebnissen oder Eindrücken inspiriert. Im Hintergrund verbirgt sich die ganze Zeit ein Klavierstück aus Schumann's Kinderszenen (Kind beim Einschlummern), das nur für einen flüchtigen Augenblick hervorschimmert. Später in Solitude III wird es formgebend sein für die Aktionen des Solisten, der vom Orchesterapparat gelöst, das Klavierstück innerlich singend mit einzelnen Metallklängen begleitet. Am Schluß verflüchtigen sich die in sich kreisenden Streicherklänge und werden abgelöst von klirrendem Geräusch - vielleicht ein Fenster zur Wirklichkeit.
 
Satzfolge:
Souvenir I (Rangun) - Souvenir II (Notturno) - Solitude I (Berceuse) - "Steine" - Souvenir III (REM) - Solitude II (Geträumter Ort) - Notturno II/Solitude III

Fischer, 2009
high wire choreographie (2010) für 4 Schlagzeuger  [UA 2daysand2nights New Music Festival Odessa, Ukraine]
Dieses Stück untersucht klangliche und rhythmische Energiezustände...ein Drahtseilakt als kammermusikalischer Nervenkitzel.
Einige Versuche, Dinge in Gang zu bringen [several attemps to get things moving] (2011) für trombone, piano und percussion  [w.p. Ravensburg, Germany, Trio Belli-Fischer-Rimmer]
Let's pretend this coffee is champaign! (2011) für string quartet und percussion  [comissioned by the Amaryllis Quartet, w.p. Hamburg Laeiszhalle]
"Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit" (2011) für Violine, Violoncello und Piano  [comissioned by the Leibnitz Trio w.p. 2012]
In den Tag geträumt - d'un air spontanée (2011/12) für string quartet und percussion  [comissioned by the Louvre, Paris, w.p. 2012]

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